Zwei Kilo Pilze sind erlaubt

 

Rheinland-Pfalz – Welche Pilze schmecken am besten? Was muss man beim Sammeln beachten?

Da schlägt das Sammlerherz höher: ein gut gefüllter Pilzkorb.

DPA

Diese und andere Fragen beantwortet Erlebnisförster Bernd Lischke in einem Interview zwischen Pfifferlingen, Steinpilzen und Champignons.
Sie sind Jäger, Förster, Umweltbildner und Naturschützer, aber auch Pilzsammler. Führt dies nicht zu Interessenskonflikten?

Eigentlich nicht. Für mich als verantwortungsvollen Pilzsammler ist es selbstverständlich, die Natur nicht zu schädigen und gewisse Regeln einzuhalten.
Welche Regeln muss ein Pilzsammler denn beachten?
Da sind zunächst einige gesetzliche Vorgaben. Zunächst gelten natürlich die Bestimmungen des Landesforstgesetzes. Das beginnt schon auf dem Weg in den Wald. Waldwege sind grundsätzlich gesperrt und dürfen nicht befahren werden – auch wenn an der Einfahrt kein Sperrschild steht. Zu Fuß darf der Wald am Tage betreten werden, lediglich das Betreten von forstlichen Jungkulturen ist untersagt. Dazu kommen noch einige klare Aussagen der Naturschutzgesetzgebung: In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist das Pilzsammeln generell verboten. Pilze – das wissen viele Sammler nicht – unterliegen den Bestimmungen der Bundesartenschutzverordnung. Die benennt besonders geschützte Arten, die nicht gesammelt werden dürfen. Darunter fallen Steinpilz, Pfifferling und Brätling ebenso wie Rotkappe und Birkenpilz.

Dann kommen ja fast alle Pilzsammler mit dem Gesetz in Konflikt!

Ganz so schlimm ist es nicht. Während einige Pilze, wie der kaum bekannte Grünling tatsächlich dem Sammelverbot unterliegen, wurde für Steinpilz, Pfifferling und einige andere Arten eine Ausnahmegenehmigung formuliert.

Also dürfen diese Pilze gesammelt werden?

Ja, im Rahmen der Bestimmungen, die für alle Pilze gelten: in geringen Mengen – das sind zwei Kilo pro Sammler und Tag – und nur für den eigenen Bedarf. Gewerbliches Sammeln zum Verkauf ist generell verboten.

Ich habe gestern im Restaurant Hirschfilet mit Steinpilzen gegessen. Bin ich jetzt zum Mittäter geworden?

Nicht zwingend. Steinpilze werden beispielsweise aus Polen oder anderen Ländern importiert. Wenn die dortigen Gesetze das gewerbliche Sammeln erlauben, ist das in Ordnung. Stammen die Pilze aus heimischen Wäldern, begehen Sammler und Gastwirt eine Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld nach sich ziehen kann, denn nicht nur das Sammeln, sondern auch das Verarbeiten ist unzulässig. Von einem Gast kann man natürlich nicht erwarten, dass er sich im Restaurant die Quittung über den legalen Erwerb der Steinpilze zeigen lässt.

rz-online.de

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